Die Ausstellung „Zwischen Idylle und Arbeit“ widmet sich dem Landleben in der Grafik des 19. und 20. Jahrhunderts und zeigt eine facettenreiche Auswahl aus der universitären Sammlung. Im Mittelpunkt stehen Darstellungen von Bauern, Dorf und Landschaft, die das Leben auf dem Land jenseits gängiger Klischees sichtbar machen.
Oft erscheint das Dorf in der Kunst als Gegenbild zur Stadt – als Ort von Natur, Ordnung und Gemeinschaft. Die ausgestellten Werke erweitern diese Perspektive. Sie zeigen das Landleben als sozialen Raum, geprägt von harter Arbeit, wirtschaftlichen Abhängigkeiten und tiefgreifenden Veränderungen.
Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der grafischen Auseinandersetzung mit dem Menschen auf dem Land. Porträts von Künstlern wie Wilhelm Leibl, Leonhard Fanto und Ronald Paris zeigen die Spannweite zwischen individueller Charakterstudie und typisierender Darstellung.
Auch das Dorf selbst wird zum Gegenstand künstlerischer Reflexion. Arbeiten von Lyonel Feininger, Theodor Schultze-Jasmer und Wolfgang Mattheuer verdeutlichen, wie sich die Wahrnehmung des ländlichen Raums im Laufe der Zeit verändert – von der detailreichen Beobachtung hin zu formaler Reduktion und struktureller Verdichtung.
Die Ausstellung macht deutlich, dass das bäuerliche Leben eine Welt im Wandel ist. Zwischen Tradition und Moderne, zwischen Ideal und Wirklichkeit eröffnen die Grafiken einen vielschichtigen Blick darauf.
Cathrin Frühauf
Universitätsarchiv / Kustodie

